2013: Ein Jahr im Rückblick

Das Jahr 2013 war für mich besonders bedeutungsvoll und erfolgreich. Ich hätte kaum ahnen können, wie sehr sich mein Leben innerhalb von einem Jahr ändern wird. Mir sind Sachen passiert, die in der Vergangenheit nie passiert hatten. Aber ich muss gestehen, ich hab selbst auch Sachen gemacht, und Dinge erledigt, die ich vorher weder gemacht habe noch die Gelegenheit gehabt habe überhaupt machen zu können.

Also los geht´s. In kurzen Worten schreibe ich über meine heurigen Erfahrungen und Ergebnisse.

Zunächst einmal bin ich letztes Jahr mit meiner Doktorarbeit fertig geworden und habe den Doktortitel verliehen bekommen. Das war aber erst in Mai. In Jänner 2013 selbst hab ich angefangen bei IBM in Austin vollzeit zu arbeiten. Nachdem man so eine PhD Ausbildung verdient hat und deswegen einige Jahre schon als armer Student verbracht hat, in den Staaten kriegt man heutzutage meistens eine anständige Stelle mit einem genauso anständigen Gehalt. Das Geld verändert das Leben – man kann dann Sachen besitzen und Abenteure planen die ohne Geld gar nicht möglich wären. Aber nichtsdestotrotz ist das für mich persönlich nur der Anfang der Geschichte und keinesfalls das Wichtigste. Ich hab aber auf jeden Fall Glück gehabt.

Arbeitsmäßig arbeite ich an Watson, das Question Answering System von IBM wovon im Moment überall gesprochen wird. So ein behilflicher Computer bzw. Programm aufzubauen ist faszinierend, weil auf der einen Seite werden so viele Kunden und Systeme dadurch geholfen (hoffentlich), und auf der anderen Seite ist das alles sowohl für Entwickler als auch für Forscher äußerst interessant und anspruchsvoll. Es ist eine Herausvorderung Watson wirklich `intelligent´ zu machen und es wird stets daran mit Leib und Seele gearbeitet. Besonders gefällt mir auch die spezifischen Technologien die hier verwendet werden.

Dank meinem Job hab ich mir dieses Jahr ein Auto leisten können. Ein eigenes Auto zu haben ist super toll und ein Muss in Amerika. Lustig, dass ich jahrelang darauf warten müssen habe, bevor ich mich auch ein stolzer Autobesitzer nennen dürfte.

Außerdem haben mich heuer meine Eltern besucht und sind drei Monate bei mir geblieben. Sie waren so im Ausland noch nie unterwegs. Im Mai habe ich sie 225 Meilen nach meiner Unistadt gefahren und wir waren bei der akademischen Abschlussfeier anwesend. Das war ganz toll und es war super, meine Professorin und noch ein paar Leute wieder sehen zu können. Während ich gefahren bin haben wir jedes Mal Gewitter begegnet, und ich muss zugeben, dass es ziemlich toll (und stressig) war durch solche Gewitter zu fahren als ich fast nichts sehen können habe. Texas halt, im Sommer.

Meine Eltern haben hier in Amerika eine tolle Zeit gehabt – alles war ziemlich neu für sie. Ich habe ihnen ziemlich viel gezeigt und ganz viele Schmanklern (Leckerbissen) aus der ganzen Welt haben sie auch kosten können. Sie sagen mir sogar jetzt, dass sie sich an unsere Trips nach Whole Foods und Target gut erinnern. Sehnsucht haben sie jetzt auch, mich noch einmal zu besuchen.

Da ich dieses Jahr in eine größere Wohnung gezogen bin hab ich die Wohnung möblieren müssen, und hab mir außerdem auch mitunter `Zeuge´ gegönnt, damit meine Wohnung so halbwegs anständig und bewohnbar wird.

Sofort nachdem meine Eltern wieder nach Indien geflogen bin hab ich wieder reisen müssen. Für 3 Monate hab ich in der nähe von New York gewohnt und in Yorktown Heights, NY am TJ Watson Research Center gearbeitet. Jedes Wochenende musste ich aber das Hotel verlassen, und so hab ich die Gelegenheit auch gut benützt mal New York City zu besuchen und alles zu machen, die Touristen normalerweise so in NYC machen. Eine rießige, faszinierende Stadt voller Möglichkeit kann ich nur sagen. In der Gegend bin ich Mietwagen gefahren und bin auch mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs gewesen. Das alles hab ich Dank meiner Firma bezahlt bekommen! Und was Reisen angeht habe ich ansonsten auch das erste Mal im Leben Paid Time Off gehabt. Zur Weihnachten bin ich zu einer Freundin in Indianapolis geflogen, und wurde unerwartet sogar zu First Class `aufgerüstet´ – auch das erste Mal im Leben. Echt tolle Erfahrung muss ich sagen. Dann hab ich in -14 Grad geholfen, ein Weihnachtsbaum auszuwählen, abzusägen, und später zu Hause sogar zu dekorieren. Nachdem wir alle toll gefeiert haben und Brettspiele gespielt haben, bin ich weiter nach San Diego geflogen, wo es demgegenüber 20 Grad gewesen ist. SeaWorld, Zoo und La Jolla hab ich gesehen und hab eine tolle Zeit gehabt. California hab ich unbedingt sehr gerne und würde ingendwann einmal bestimmt gerne irgendwo in California wohnen.

In Austin zu leben ist auch ziemlich toll. Es gibt allerlei Läden und Supermarkets, Fitnessstudios, Meetups, Konferenzen usw. Viel Möglichkeit, wann auch immer nach der Arbeit noch Zeit bleibt (und wenn der Straßenverkehr nicht extrem schlimm ist). Es gibt wirklich viel zu tun, und ich glaube, dass jeder hier etwas für seine Interessen finden kann.

Vor 2 Jahren hab ich meinen ersten Mac gekauft und jetzt kann ich wirklich sagen, dass ich ein großer Mac bzw. Apple Fan geworden bin. Alle meine Computer hab ich gut individuell angepasst und es macht mir wirklich Spaß damit jetzt zu arbeiten, selbst zu lernen, lesen und Hobbyprojekte zu bauen. Insgesamt in 2013 habe ich 28 Bücher gelesen (über Programmierung, Non-fiction, Romane – da ich in NY jeden Tag fast eine Stunde fahren müssen habe, hab ich die Gelegenheit auch gut verwendet Hörbücher zuzuhören), 33 MOOC Kurse absolviert (Coursera, CodeSchool, Lynda usw), mir 78 Videos über Programmierung auf Youtube angesehen, körperlich in Training einige Rekorde gebrochen und einiges neu ausprobiert, war fürs erste Mal im Gold’s Gym, Minigolf und Topgolf gespielt, einer Autorin mit ihrem Roman geholfen (Feedback geliefert), 2 neue offenbare Projekte angefangen, Pair-programmiert, vollzeit gearbeitet (und dabei viel Neues gelernt) und auch sonst so viel Neues gemacht (wie zum Beispiel SciPy in Austin besucht, ein paar Python-celebrities real getroffen, usw usf.)

Alles in allem ein echt hervorragendes und wundervolles Jahr. Jetzt bin ich mal gespannt was das neue Jahr so bringen wird. Träume hab ich schon, aber ich verrate sie wahrscheinlich später 😉

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